Erzählen wir weiter vom Großen Heiligen, der nicht aufhören konnte, an Tripitaka zu denken, obschon er von ihm verjagt worden war. Lange schwebte er über dem Östlichen Ozean, und schließlich murmelte er: »Fünfhundert Jahre ist es her, seit ich diesen Weg zum letzten Mal gegangen bin!« Da schoss er hoch, sprang mit einem Satz übers Meer und kam auf den Blumen-Früchte-Berg. Hier senkte er die Wolke und riss die Augen weit auf: Auf dem Berg war alles kahl, es gab weder Blumen noch Gräser, die schönen Nebelschleier waren dahin, gestürzte Felsblöcke lagen herum, die Bäume waren verkohlt und verdorrt.
Ihr fragt euch, weshalb das so war?
Weil damals, als der Große Heilige festgenommen und in den Himmel abgeführt worden war, der Heilige Erlang mit seinen Gebrüdern vom Pflaumenberg den ganzen Berg in Schutt und Asche gelegt hatte!
Der Große Heilige fühlte sich elend. Mitten in seinem Kummer hörte er plötzlich vom Berghang her ein Geräusch, an die acht kleine Affen sprangen hervor, warfen sich ihm zu Füßen und riefen: »Großer Heiliger! Großväterchen! Kommt Ihr endlich wieder zu uns?«
»Großer Heiliger! Großväterchen! Kommt Ihr endlich wieder zu uns?«
»Warum versteckt ihr euch denn?« fragte der Große Heilige. »Ich bin schon lange da und habe keine Spur von euch gesehen. Was ist denn los?«
Da rollten den Affen die Tränen aus den Augen, und sie berichteten: »Großer Heiliger, seit Eurer Gefangennahme haben uns Jäger in Not und Elend gebracht. Es ist unerträglich! Was können wir ausrichten gegen ihre Pfeilgeschosse, ihre Falken und Jagdhunde? Sie töten oder fangen uns, wann immer sie können. Das ist der Grund, weshalb wir nur noch tief in der Grotte versteckt leben und uns nicht mehr draußen zu spielen trauen. Doch eben haben wir Eure Stimme erkannt, Großer Heiliger, darum sind wir gekommen, Euch zu empfangen.«
Auf diese Worte fühlte sich der Große Heilige nur umso elender. Dann fragte er: »Was tun die Jäger mit denen, die sie erwischen?«
»Diese Jäger«, riefen die Affen, »die sind einfach abscheulich! Jene von uns, die getötet wurden, nehmen sie mit und fressen sie auf. Diejenigen aber, die sie lebend einfangen, richten sie ab, im Kreis zu hüpfen, Theater zu spielen, auf den Straßen Gong und Trommel zu schlagen und noch vieles andere mehr.«
Der Große Heilige hatte sich die Schilderung mit wachsendem Zorn angehört. »Wer hält zur Zeit Aufsicht in der Grotte?« wollte er wissen.
»Oberst Ma und Liu sind noch da, die Generäle Beng und Ba auch.«
»Dann geht und meldet ihnen, dass ich gekommen bin!«
Ma und Liu, Beng und Ba kamen sofort nach draußen, empfingen den Großen Heiligen mit Stirnaufschlägen und führten ihn in die Grotte. Nachdem sich der Große Heilige in die Mitte gesetzt hatte, reihten sich die Affen auf, um ihn nacheinander mit tiefen Verbeugungen zu ehren.
»Großväterchen, neulich haben wir gehört, dass Ihr befreit worden seid und nun den Priester aus China auf einer Reise in den Westen beschützt. Wie kommt es, dass Ihr jetzt auf unseren Berg zurückkehrt?« wollten die Affen schließlich wissen.
»Ihr müsst wissen, meine Kleinen, dieser Tripitaka erkennt einfach nicht, wer gescheit ist und wer nicht«, gab der Große Heilige zur Antwort. »Für ihn habe ich die ganze Zeit über Dämonen ausgetrieben und all meine Fähigkeiten eingesetzt, die ich je erlernt habe. Als ich nacheinander ein paar Ungeheuer umgebracht habe, sagte er, ich sei gewalttätig, dann hat er mich fortgejagt und will mich nie mehr bei sich haben.«
»Oh, wunderbar, wunderbar!« jubelten die Affen, »wozu auch Mönch sein? Bleibt doch ein paar Jahre hier und vergnügt Euch mit uns!«
Schon ließen sie Kokoswein auftragen, um ihrem Großväterchen einen Willkommenstrunk zu offerieren.
»Lasst den Wein«, beschied der Große Heilige und fragte: »Sagt mir, wie oft kommen diese Jäger?«
»Sie belästigen uns Tag für Tag! Auch heute werden sie wieder kommen!«
Da befahl der Große Heilige den Affen, auf dem Berg Geröll und Steine aufzuhäufen, und sprach: »Versteckt euch jetzt alle in der Grotte. Ich alter Sun werde eine Magie anwenden.«
Der Große Heilige stieg auf einen Gipfel und hielt Ausschau. Schon hörte er von Süden her Gongs und Trommeln dröhnen, da tauchten über tausend berittene Jäger auf, die mit Falken und Hunden, Säbeln und Speeren auf seinen Berg zurasten. In seinem Herzen flammte der Zorn auf. Er legte die Finger aneinander, murmelte einen Zauberspruch und stieß aus der Richtung des Trigramms Xun Luft aus, worauf sich ein heftiger Sturmwind erhob, der das Geröll und die Steine mit sich riss. Alles rumpelte wild den Hang hinunter. Die armen Jäger und Pferde wurden vom Steinhagel erfasst, dass zuletzt nur noch blutige Leichen kreuz und quer am Boden lagen.
Der Große Heilige klatschte in die Hände und lachte. »Ha, das macht Spaß, das macht Spaß!« schrie er. »Als ich bei Tripitaka war, musste ich mir immer seine Ermahnungen anhören: ›Auch tausend gute Taten sind zu wenig, selbst eine schlechte Tat ist schon zu viel.‹ War ja tatsächlich so. Nur weil ich seinetwegen ein paar Dämonen erschlagen habe, hat er mich schon der Gewalt bezichtigt. Aber heute, da ich wieder zu Hause bin, habe ich gleich so viele Menschen auf einmal erledigt!«
Er rief alle Affen nach draußen, dann wurden den Toten die Kleider ausgezogen, die sie sich selbst anlegten, die Pferde wurden gehäutet, um aus dem Leder Stiefel zu schustern, alle Pfeilbogen, Speere und Schwerter wurden eingesammelt, um damit die Kampfkunst zu üben. Die bunten Flaggen trennte man auf, wusch sie und nähte sie zu einer großen neuen Flagge zusammen, auf der die Worte prangten: »Restauration des Blumen-Früchte-Bergs und der Wasservorhang-Grotte. Der Himmelsebenbürtige Große Heilige.« Dann richtete man einen hohen Fahnenmast auf. Täglich wurden nun Dämonen und Bestien eingeladen, Heu- und Kornvorräte wurden gelagert. Dank seines großen Beziehungsnetzes konnte der Große Heilige bei den Drachenkönigen der vier Meere außerdem göttliches Lebenswasser beschaffen, mit dem der Berg gereinigt und danach neu mit Blumen und Bäumen bepflanzt wurde. Von da an lebten sie glücklich und zufrieden, doch davon sei hier nicht weiter die Rede.
Wenden wir uns stattdessen Tripitaka zu, der dem Argwohn Glauben geschenkt und den Herzaffen verstoßen hatte. Nachdem er sich in den Sattel geschwungen hatte, ging es über den Berg des Weißen Tigers, und anschließend kamen sie an einen bewaldeten Hügelzug. Dieser war in der Tat von Ranken und Lianen überwachsen, voll von tiefgrünen Zypressen und dunklen Kiefern.
»Habt acht, meine Schüler!« rief Tripitaka, »dieser Bergpfad ist schwer zu begehen!«
Seht nur, wie der Tölpel in frischem Schwung mit dem Rechen den Weg freischlägt und Tripitaka direkt in den Wald hineinführt!
Auf einmal brachte Tripitaka sein Pferd zum Stehen und sprach: »Bajie, ich habe schon den ganzen Tag lang Hunger, kannst du mir irgendwo Almosen auftreiben?«
»Steigt ab, Meister, und wartet hier«, meinte Bajie, »ich alter Eber geh Euch was suchen.«
Da sprang der Priester vom Pferd, während Sandmönch das Gepäck niederlegte, die Almosenschale hervornahm und sie Bajie reichte. Dieser verließ den Kiefernwald und wanderte mehr als zehn Meilen nach Westen, doch begegnete er keiner Menschenseele. Wahrlich, das war eine Gegend der Tiger und Wölfe, von Menschen keine Spur! Erschöpft vom Gehen dachte der Tölpel: »Als Pilger noch da war, hat der alte Mönch immer gleich bekommen, was er wollte. Und jetzt soll ich seine Arbeit verrichten. Es ist genau, wie man sagt: ›Nur der Haushälter kennt den Preis für Reis und Holz; nur wer selbst Kinder erzieht, versteht die Güte seiner Eltern.‹ Hier gibt es wirklich nirgendwo Almosen zu kriegen.« Müdigkeit überfiel ihn. Da fiel sein Blick auf einen Grashaufen am Wegesrand. Schon vergrub dieser Tölpel seine Schnauze darin und fiel sogleich in tiefen Schlaf.
Wenden wir uns nun dem Priester zu, der mit heißen Ohren und brennenden Augen, von Unruhe gequält, im Walde wartete. Besorgt fragte er Sandmönch: »Warum ist Wuneng wohl noch nicht zurück? Was tun wir bloß, wenn es dunkelt? Hier können wir doch nicht übernachten, wir müssen unbedingt einen Unterschlupf finden!«
»Keine Sorge«, meinte Sandmönch, »ich geh ihn suchen.«
»Ja, das ist gut«, nickte Tripitaka.
Sandmönch packte seinen Prunkstab und stapfte zum Wald hinaus, um Bajie zu suchen. Der Priester blieb alleine im Wald sitzen und fühlte sich sehr bedrückt. Schließlich nahm er seine Kräfte zusammen, sprang auf und schlenderte durch den Wald, um die Beklemmung etwas zu mildern. Der Wald war mit dichtem Unterholz bewachsen und von vielen Pfaden durchzogen, so dass Tripitaka, in wirre Gedanken versunken, allmählich vom Weg abkam. Eigentlich hatte er gegen Westen halten wollen, war aber unversehens immer mehr gen Süden geraten. Als er an den Waldrand kam, blickte er auf und gewahrte in nicht allzu weiter Ferne ein goldenes Blinken zwischen bunten Dunstschleiern. Als er genauer hinsah, bemerkte er, dass es eine Pagode war, deren goldene Dächer im Glanz der Abendsonne funkelten.
»Da haben meine Schüler ja kein Glück gehabt!« murmelte er verwundert und dachte: »Als ich im Osten aufbrach, habe ich den Entschluss gefasst, unterwegs in jedem Tempel Weihrauch zu opfern und jede Pagode auszukehren. Was dort leuchtet, ist doch eine goldene Pagode! Warum haben wir nicht schon vorher diesen Weg genommen? Zur Pagode muss auch ein Kloster mit Mönchen gehören. Da will ich doch mal hingehen. Gepäck und Pferd werde ich gewiss ein Weilchen stehen lassen können, hier kommt ja niemand vorbei. Und falls es dort eine Unterkunft gibt, brauche ich nur zu warten, bis meine Schüler zurück sind, dann können wir alle zusammen dort Rast halten.«
Oho! Dem Priester schlug die Stunde des Unheils. Seht, wie er kräftig ausschreitet, direkt auf die Pagode zu! Durch das Eingangsportal gelangte er vor das Tor der Pagode und sah drinnen einen gefleckten Bambusvorhang. Er tat einen großen Schritt über die Schwelle und schob den Vorhang beiseite. Da fiel sein Blick auf eine steinerne Lagerstätte, wo ein grässlicher Dämon mit grünem Gesicht und hervorstehenden Zähnen auf die Seite gebettet lag. Entsetzt stolperte Tripitaka rückwärts und rannte davon. Doch der Dämon hatte ihn bereits bemerkt und rief seinen Untergebenen zu: »He, ihr Kleinen, wer war denn das?«
»Ein Mönch mit heller Haut und zartem Fleisch«, kam die Antwort.
Der Dämon grinste hämisch und meinte: »Ha, das ist doch die sprichwörtliche ›Fliege, die sich auf den Kopf der Schlange setzt: Kleid und Speise kommen von selbst‹. Bringt ihn sofort her!«
Wie ein Schwarm Hornissen rauschten die kleinen Ungeheuer auf den Priester zu, trugen ihn hinein und stießen ihn dem alten Dämon zu Füßen. Tripitaka blieb nichts anderes übrig, als die Hände zu falten und das Ungeheuer höflich zu begrüßen.
»Aus welchem Kloster bist du, woher kommst du, wohin gehst du? Gib Antwort!« schnaubte der Dämon.
»Ich komme aus dem großen chinesischen Kaiserreich und mache auf Geheiß unseres Kaisers eine Pilgerreise in den Westen, um Heilige Schriften zu holen. Zufällig passierte ich Euren werten Berg und wollte den Heiligen dieser Pagode meine Aufwartung machen, als ich unversehens Eure Hoheit behelligte, ich bitte um Verzeihung! Wenn ich mit den Schriften zurück im Osten bin, werde ich den Namen Eurer Hoheit der Nachwelt überliefern.«
Abermals gab der Dämon ein hämisches Lachen von sich und rief: »Dacht ich mir doch, dass du aussiehst wie einer aus dem großen Kaiserreich. Du bist es also tatsächlich, genau dich will ich fressen!«
Er befahl seinen Untergebenen, Tripitaka mit Stricken an den Seelenbann-Pfahl zu fesseln, dann packte er einen Säbel und wandte sich wieder an Tripitaka: »Mönch! Wie viele seid ihr? Du wirst doch nicht alleine in den Westen reisen!«
Wahrheitsgemäß antwortete Tripitaka: »Großer König, ich habe zwei Schüler, der eine heißt Eber Bajie, der andere heißt Sandmönch, beide sind zur Zeit auf Almosensuche. Außerdem haben wir noch unser Gepäck und ein weißes Pferd, die stehen noch im Wald.«
»Da haben wir ja noch mehr Glück!« knurrte der alte Dämon. »Du und zwei Schüler macht drei, zusammen mit dem Pferd sind es vier, das reicht für eine ganze Mahlzeit.« Und er befahl seinen Untergebenen: »Schließt das Tor ab. Wenn die beiden vom Almosengang zurückkehren und ihren Meister nicht finden, werden sie von selbst hierherfinden. So heißt es ja im Volksmund: ›Geschäfte, die einem zulaufen, sind leicht zu machen.‹ Sobald sie kommen, fangt ihr sie ein.« Die kleinen Ungeheuer verriegelten das Tor.
Lassen wir vorerst ab von Tripitakas Missgeschick und berichten von Sandmönch, der den Wald verlassen hatte und nach Bajie suchte. Wohl an die zehn Wegmeilen weit sah man kein einziges Gehöft. Als er an einer erhöhten Stelle Ausschau hielt, hörte er im Gestrüpp jemanden sprechen. Sofort packte er seinen Prunkstab und bog das Dickicht auseinander, da sah er den Tölpel im Gras liegen, der im Traum vor sich hin redete. Sandmönch zerrte ihn an den Ohren hoch und rief: »Du elender Tölpel! Wie kannst du hier schlafen, wenn der Meister dich Almosen holen lässt!«
Der Tölpel schreckte aus dem Schlaf und sagte: »Welche Zeit haben wir denn?«
»Schnell, steh auf!« rief Sandmönch, »der Meister heißt uns einen Unterschlupf suchen, egal ob wir Almosen finden oder nicht.«
Verschlafen stolperte der Tölpel hinter Sandmönch her. Als sie in den Wald zurückkamen, war der Meister verschwunden.
»Alles nur, weil du dummer Tölpel nicht zurückgekommen bist!« rief Sandmönch verstimmt. »Sicher ist der Meister von einem Dämon überfallen worden.«
»Ach Bruder, rede keinen Unsinn«, meinte Bajie, »das ist doch ein ganz freundliches Wäldchen, hier kann es doch gar keine Dämonen geben. Ich glaube eher, dass der gute alte
Mönch nicht herumsitzen mochte und ein bisschen spazierengegangen ist. Gehen wir ihn suchen.«
Die beiden führten das Pferd am Halfter, schulterten das Gepäck und verließen den Wald. Eine ganze Weile suchten sie vergebens. Dann gewahrten sie auf einmal im Süden ein goldenes Funkeln.
»Bruder!« rief Bajie, »dorthin muss der Meister gegangen sein, schau doch, das ist eine Pagode, die dort glänzt. Bestimmt gibt es da auch ein Kloster, wo ihn die Leute zum Essen eingeladen haben. Lass uns hingehen und auch was essen.«
»Aber Bruder«, erwiderte Sandmönch, »es ist noch nicht sicher, ob das was Gutes ist oder nicht. Doch lass uns mal hingehen.«
Frischen Mutes schritten die beiden auf die Pagode zu. Aber oh! Das Tor war zu. Darüber prangten auf einer weißen Jadeplatte sechs eingemeißelte Schriftzeichen: »碗子山波月洞 – Wellenmond-Grotte am Schüsselberg«.
»Bruder«, raunte Sandmönch, »das ist gar kein Kloster, das ist die Grotte eines Dämons. Wenn unser Meister hier ist, werden wir ihn nicht zu Gesicht bekommen.«
»Warte, ich erkundige mich mal«, meinte Bajie.
Der Tölpel schwang seinen Rechen, trat vor das Tor und rief laut: »Aufmachen!« Die kleinen Ungeheuer öffneten, und kaum hatten sie die beiden erblickt, rannten sie hinein und meldeten: »Großer König, das Geschäft ist da!«
»Welches Geschäft?«
»Draußen stehen zwei Mönche und verlangen Eintritt. Der eine hat eine lange Schnauze und große Ohren, der andere ist ein Mönch, der ziemlich finster dreinschaut.«
»Dann sind es Eber Bajie und Sandmönch!« frohlockte der alte Dämon. »Wenn die so gefährlich aussehen, dürfen wir sie nicht unbeachtet lassen.« Er ließ sich seine Rüstung geben, legte sie um, ergriff einen Säbel und trat ins Freie. Bajie und Sandmönch, die vor dem Eingangstor warteten, sahen den Dämon in kriegerischer Ausstattung hervortreten.
Wie sein Name lautete, fragt ihr? Er nannte sich »Dämon der Gelben Robe«.
»Woher kommt ihr und was lärmt ihr vor meiner Tür?« schrie er nun.
»Na, erkennst du mich nicht, mein Kleiner?« spottete Bajie. »Wir sind auf Geheiß des Kaisers von China in den Westen unterwegs, unser Meister ist der mit dem Kaiser verbrüderte Tripitaka. Falls er sich bei dir aufhält, dann rück ihn sofort raus. Ansonsten werde ich mit dem Rechen loslegen!«
Der Dämon grinste: »Ja, ja, es ist einer bei mir, der sich so nennt. Ich habe ihn nicht zu kurz kommen lassen, habe ihm bereits Menschenfleischklößchen serviert. Wollt ihr nicht hereinkommen und was davon kosten?«
Allen Ernstes wollte der Tölpel eintreten, da packte ihn Sandmönch am Arm und flüsterte: »Bruder, er will dich nur
hineinlocken! Seit wann isst du denn wieder Menschenfleisch?«
Erst jetzt ging dem Tölpel ein Licht auf. Er packte seinen Rechen und schwang ihn gegen den Dämon, während dieser ihm mit seinem stählernen Säbel entgegentrat. Beide ließen ihre Zauberkräfte spielen, schossen zu den Wolken hoch und vollführten in den Lüften ein wildes Gefecht. Schließlich ließ Sandmönch Gepäck und Pferd stehen und eilte Bajie zu Hilfe. So rangen nun zwei grimmige Mönche und ein lausiger Dämon in der Höhe hin und her, wohl mehrere Dutzend Runden lang. Und da wir nicht wissen, wer den Sieg davontrug, lasst uns das nächste Kapitel anhören.